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5. April 2019

Was ist CrossFit?

Gesundheitssport oder härtestes Training der Welt?

Wer im Internet nach CrossFit sucht bekommt zumeist Schlagzeilen über „das härteste Training der Welt“ geliefert. Oder es werden Videos vorgeschlagen in denen Menschen eine Menge Übungen mit unfassbaren Gewichten in unglaublicher Geschwindigkeit absolvieren.

Das führt dann schnell zu dem Eindruck, dass CrossFit nur etwas für Menschen ist, die mit besonderen Genen oder einem ganz besonders starken Willen gesegnet sind.

Aber was ist CrossFit genau?

CrossFit ist nach eigener Definition „constantly varied, high intensity, functional movement“ – zu Deutsch: immer wieder variierte, funktionale Bewegung, die mit hoher Intensität ausgeführt wird.

Sehen wir uns die einzelnen Aspekte mal genauer an: Die Variationen der Übungen im CrossFit sind schier endlos. Elemente der Leichtathletik, des Turnens und des Gewichthebens werden immer wieder neu zusammengestellt. Damit wird Langeweile vorgebeugt, aber auch das Pareto-Prinzip (80% des Erfolgs bedürfen nur 20% des Aufwands) umgesetzt. Im CrossFit wird also das Ziel verfolgt, eine möglichst breit angelegte physische Basis zu legen. Und das mit möglichst hoher Effizienz und Effektivität, denn wer kann und will sich schon stundenlang in irgendwelchen Sporteinrichtungen quälen?

Womit wir auch schon bei der Intensität des Trainings angekommen sind. CrossFit gilt als hochintensives (Intervall-) Training (HIT oder High Intensity Training). Also doch – Anstrengen bis man nicht mehr kann? Das kommt drauf an. Ein Gedankenexperiment: Ein 70-jähriger, der seit 30 Jahren keinen Sport getrieben hat, tiefe Sessel und Hochhäuser ohne Aufzug meidet, kommt zum Training und bringt seine 25-jährige Enkeltochter mit, ihres Zeichens professionelle Ski-Rennläuferin.

Der Coach hat für heute folgendes Training vorgesehen:

5 Runden mit jeweils 12 Kniebeugen mit 40 Kg Gewicht auf den Schultern und einem 400 Meter Lauf.

Für unsere Skirennläuferin ist das Programm naturgemäß kein Problem, da sie alle Übungen aus ihrem Training kennt und mit Gewicht und Umfang des Trainings wohl vertraut ist. Sie kann sich darauf konzentrieren, das Programm in möglichst kurzer Zeit zu absolvieren.

Ihr Großvater steht vor einer ganz anderen Herausforderung. Eine Kniebeuge allein ist schon mehr als grenzwertig für ihn. Und 400m zu Rennen steht für unseren Senior in seinem ersten Training auch außer Frage.

Daher stellt der Coach 2 Kisten in 10 m Abstand auf die Trainingsfläche. Die Höhe der Kisten ist so gewählt, dass sich zu setzen und vor allem wieder aufzustehen eine beherrschbare aber nichtsdestotrotz herausfordernde Bewegung darstellt.

Der Coach reduziert die Zahl der Wiederholungen der Kniebeugen auf 8 und bestimmt, dass unser Athlet 4-mal den Weg zwischen den Kisten nach jeder Runde Kniebeugen zügig geht. Zusätzlich werden nach jeder kompletten Runde 30 Sekunden Pause angesetzt.

Beide Athleten machen im Prinzip das Gleiche. Laufen und Kniebeugen. Jeder in angepasster Intensität in Bezug auf die Herausforderungen seines Alltags. Sie trainieren gemeinsam und unter den wachsamen Augen ihres Coachs. Denn CrossFit findet in der Regel in kleinen Gruppen statt. Es vereint damit den hohen Betreuungsgrad eines persönlichen mit dem motivierenden Aspekt einer gemeinsamen Trainingseinheit. Für ,die meisten Menschen (den Autor eingeschlossen) ist es eine enorme Herausforderung allein zu trainieren: Der vielbeschworene innere Schweinehund ist viel besser in Schach zu halten, wenn man ein paar Menschen um sich herum hat, die auch nicht einfach aufhören und nach Hause gehen. Die Antwort auf die Frage in der Überschrift lautet also: CrossFit ist ein Gesundheitssport, der Kraft, kardiovaskuläre Ausdauer, Beweglichkeit, Koordination und noch vieles mehr trainiert. Und ja es kann das härteste Training der Welt sein. Denn wie es schon frei nach Paracelsus heißt:

„Allein auf die Dosis kommt es an!“

Zum Autor: Joachim Selzer ist CrossFit Lvl. 2 Trainer und Owner der CrossFit Health Angels in Köln, deren Fokus auf einem Training liegt, dass Menschen ihren Alltag besser meistern lässt. Unter seinen Athleten, die er mit seinem Team trainiert, sind alle Altersklassen und Berufe vertreten u.a.  Mütter, Polizisten, Büro-Arbeiter, Pensionäre und Schüler.

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